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Für wen sind wir da?

Renata ist seit vielen Jahren HIV-positiv. Zu Beginn hat sie sich sowohl von ihrem Freund als auch von den ArbeitskollegInnen zurückgezogen. Einige sehr einsame Jahre folgten. Seit drei Jahren nimmt sie die Kombinationstherapie, durch die sie nicht nur körperlich kräftiger, sondern auch offener und optimistischer werden konnte. Von ihrem Buddy wünscht sie sich, dass er/sie mit ihr Kontakt hält und die Stimmungsschwankungen aushält, wenn sie immer wieder zwischen Hoffnung und Beunruhigung hin- und herpendelt. Als sie mit ArbeitskollegInnen für ein paar Tage auf eine Radtour fuhr, hat eine Helferzelle ihre Katze gefüttert.

Georg ist nimmt seit zwei Jahren täglich Methadon. Er lebt derzeit mit seiner Freundin, aber das kann sich jederzeit ändern. Erst vor kurzem wurde bei ihm der Krankheitsausbruch diagnostiziert. Derzeit hat er kein Bedürfnis sich auf die Beziehung zu einem Buddy einzulassen, aber er möchte bei seinen Krankenhaus-aufenthalten nicht so alleine sein. Zwei Helferzellen besuchen ihn abwechselnd während seiner Krankenhausaufenthalte.

Andrea hat gerade eine Gemeindewohnung bezogen, eine Gruppe von Helferzellen hat ihr beim auspacken und einräumen der Sachen geholfen. Ihr Gesundheitszustand hat sich verschlechtert, das macht sie immer wieder depressiv. Sie verbringt die meiste Zeit in ihrer Wohnung. Mit dem Alltag zurecht zu kommen ist für sie eine Überforderung. Sie findet es hilfreich, wenn ihr Buddy mit ihr eine wöchentliche Liste für kleine Aufgaben zusammenstellt. Dadurch kriegen ihre Tage etwas mehr Struktur und sie fühlt sich weniger apathisch. Andrea wünscht sich auch, dass ihr Buddy für sie Bücher aus der Stadtbücherei mitbringt, über die sie sich dann unterhalten können.

Mehmet lebt mit seinem Partner zusammen. Er ist HIV-positiv, aber gesund. Jeden Tag geht er zur Arbeit, seine KollegInnen wissen nichts von seiner Infektion. Mehmet möchte seinen Partner nicht zu oft mit seinen Sorgen und Ängsten belasten. deshalb hat er einen Buddy, mit dem er sich aussprechen, aber auch spazieren oder ins Kino gehen kann.

Sasha lebt alleine in seiner eigenen Wohnung. Er hat einen netten, verlässlichen FreundInnenkreis. Einige FreundInnen haben sich nach seinem positiven Antikörperbefund allerdings von ihm abgewandt. Sasha hat sich einen Buddy gewünscht, mit dem er über alle HIV-bezogenen Angelegenheiten und Sorgen reden kann. Bei seinem Buddy hat er keine Angst, er könnte ihn - wie mancheN FreundIn -  verlieren, wenn er "zu viel" über HIV spricht.

 

Auch heute noch bedeutet die HIV-Infektion und die Aids-Erkrankung häufig Soziale Isolation und Stigmatisierung. In dieser schwierigen Situation sind betroffene oft völlig auf sich allein gestellt. Hier bieten die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Vereins diverse Hilfestellungen an, die durch institutionalisierte Sozialarbeit aufgrund mangelnder zeitlicher Ressourcen nicht oder nur unzureichend zur verfügung gestellt werden können.

 

Die Grundlage unserer Arbeit ist die persönliche Beziehung zu unseren KlientInnen sowie die praktische Unterstützung in konkreten Stituationen. Ziel ist immer, die persönlichen Ressourcen Infizierter und/ oder bereits erkrankter Menschen zu stärken.

 

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